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Lexikon

Lexikon zum Technischen Fachwirt: Begriffe aus Prüfung, BWL, Technik und Förderung

Von Situationsaufgabe bis Bestehenserlass: 70 Begriffe, kurz erklärt und mit den passenden Ratgebern verknüpft.

Aufgeschlagenes Fachbuch mit Textmarker auf dem Schreibtisch
Foto: https://kaboompics.com/ / Pexels

Wer sich auf den Technischen Fachwirt vorbereitet, stolpert früh über Fachwörter aus der Prüfungsverordnung, der Betriebswirtschaft, dem Recht und dem Aufstiegs-BAföG. Das Lexikon erklärt sie in wenigen Sätzen und verweist auf verwandte Begriffe. Die Zahlen und Fristen stammen aus denselben Quellen wie der Rest des Portals.

A

  • AufbauorganisationGliederung eines Unternehmens in Stellen, Abteilungen und Leitungsebenen sowie Regelung von Weisungs- und Kommunikationswegen.
  • AblauforganisationRegelung von Arbeitsschritten, Reihenfolgen, Zuständigkeiten und Sachmitteln innerhalb eines Prozesses, etwa in Fertigung oder Auftragsbearbeitung.
  • Allgemeine GeschäftsbedingungenVorformulierte Vertragsbedingungen, die für viele gleichartige Verträge verwendet werden und einer gesetzlichen Inhaltskontrolle unterliegen.
  • ArbeitsschutzGesamtheit der Maßnahmen zum Schutz von Beschäftigten vor Gefährdungen am Arbeitsplatz, technisch, organisatorisch und persönlich.
  • Aufstiegs-BAföGStaatliche Förderung beruflicher Aufstiegsfortbildungen; für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gilt derzeit ein Gesamtbetrag von bis zu 15.000 Euro.
  • AFBG-NovelleGeplante Änderung des Aufstiegs-BAföG mit Inkrafttreten laut Entwurf am 01.08.2027; bisher nicht beschlossen, daher gelten derzeit die heutigen Sätze.

B

  • Berufs- und arbeitspädagogische PrüfungAuf Antrag mögliche Zusatzprüfung zur Ausbildungssituation mit höchstens 30 Minuten, nach bestandener handlungsspezifischer Qualifikation.
  • BestehensgrenzeDie Prüfung gilt als bestanden, wenn in jedem Qualifikationsbereich und in den übrigen Bewertungsteilen mindestens 50 Punkte erreicht werden.
  • BerufspraxisNachweis einschlägiger beruflicher Tätigkeit, der über die Zulassung zu den Prüfungsteilen mitentscheidet.
  • BestehensquoteAnteil der Prüfungsteilnehmenden, die die Fortbildungsprüfung bestehen; 2025 lag die bundesweite Quote rechnerisch bei 67,5 Prozent.
  • BetriebswirtschaftslehreWissenschaft vom wirtschaftlichen Handeln in Unternehmen, die Entscheidungen zu Finanzierung, Produktion, Absatz und Organisation untersucht.
  • BilanzGegenüberstellung von Vermögen und Kapital zu einem Stichtag, die zeigt, wie ein Unternehmen finanziert ist.
  • Break-even-AnalyseBerechnung der Gewinnschwelle, ab der Erlöse die Gesamtkosten decken und ein Produkt oder Auftrag ohne Verlust arbeitet.
  • Betriebswirtschaftliche KennzahlVerdichtete Messgröße, etwa aus Bilanz oder GuV, die Zustand und Entwicklung eines Unternehmens in einem Wert sichtbar macht.
  • BetriebsabrechnungsbogenTabellarische Übersicht, in der Gemeinkosten den Kostenstellen zugeordnet und daraus Zuschlagssätze für die Kalkulation berechnet werden.
  • BestehenserlassErlass von derzeit 50 Prozent des noch offenen Darlehens für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, wenn die Fortbildungsprüfung bestanden wird.

D

  • Deutscher QualifikationsrahmenOrdnungssystem mit Niveaus, das Abschlüsse der beruflichen und akademischen Bildung vergleichbar macht; der Technische Fachwirt liegt auf Niveau 6.
  • DeckungsbeitragDifferenz aus Erlös und variablen Kosten, die zur Deckung der Fixkosten und danach zur Erzielung des Gewinns zur Verfügung steht.
  • DatenschutzSchutz personenbezogener Daten bei Erhebung, Speicherung und Verarbeitung, der im Betrieb Vorgaben für Prozesse, Software und Dokumentation setzt.

F

  • FinanzierungBeschaffung von Kapital für Investitionen und laufenden Betrieb aus Eigen- oder Fremdmitteln sowie das Verhältnis beider Quellen.
  • FixkostenKosten, die unabhängig von der produzierten Menge anfallen, etwa Miete, Versicherungen, Leasingraten oder feste Gehälter.
  • FertigungsverfahrenMethoden zur Herstellung von Bauteilen, etwa Urformen, Umformen, Trennen, Fügen und Beschichten, die sich in Kosten, Toleranzen und Stückzahlen unterscheiden.
  • FörderungshöchstdauerZeitliche Grenze der Förderung im Aufstiegs-BAföG: 24 Kalendermonate in Vollzeit und 48 Kalendermonate in Teilzeit.
  • Fachpraktische ArbeitMeisterstück oder vergleichbare Arbeit, deren Materialkosten zu bis zu einer Hälfte gefördert werden, derzeit höchstens 2.000 Euro.

G

  • Geprüfter Technischer FachwirtDie IHK-Aufstiegsfortbildung für Fachkräfte aus Technik und Wirtschaft, eingestuft auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens.
  • Gewichtung der PrüfungsteileGesamtnote aus 15 Prozent wirtschaftlichen, 15 Prozent technischen, 45 Prozent Situationsaufgabe und 25 Prozent Fachgespräch.
  • Geprüfter Technischer BetriebswirtFortbildung im Bereich Technik und Betriebswirtschaft, eingestuft auf DQR-Niveau 7 und damit eine Stufe über dem Technischen Fachwirt.
  • Gewinn- und VerlustrechnungZeitraumbezogene Rechnung, die Erträge und Aufwendungen einer Periode gegenüberstellt und so das Ergebnis des Zeitraums ermittelt.
  • GemeinkostenKosten, die sich einem einzelnen Produkt oder Auftrag nicht direkt zurechnen lassen und deshalb über Schlüssel verteilt werden.
  • GewährleistungGesetzliche Haftung des Verkäufers oder Auftragnehmers für Mängel, die bei Übergabe vorliegen, mit Rechten wie Nacherfüllung oder Minderung.
  • GefährdungsbeurteilungSystematische Ermittlung der Gefährdungen an Arbeitsplätzen mit Ableitung und Dokumentation geeigneter Schutzmaßnahmen.

H

I

  • InvestitionsrechnungVerfahren zur Bewertung geplanter Investitionen anhand von Kosten, Erlösen und Zeiträumen, etwa über Amortisationsdauer oder Kapitalwert.
  • InstandhaltungMaßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung des Sollzustands technischer Anlagen, unterteilt in Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung.

K

  • KostenrechnungErfassung, Verteilung und Zurechnung der Kosten eines Betriebs, um Preise zu kalkulieren und die Wirtschaftlichkeit zu kontrollieren.
  • KostenartenGliederung der Kosten nach ihrer Art, etwa Material, Personal, Energie, Abschreibungen oder Fremdleistungen.
  • KostenstellenOrganisatorische Bereiche eines Betriebs, denen Kosten zugerechnet werden, etwa Fertigung, Lager, Instandhaltung, Verwaltung oder Vertrieb.
  • KostenträgerProdukt, Auftrag oder Leistung, auf die Kosten letztlich verrechnet werden, um Stückkosten und Angebotspreise zu bestimmen.
  • Kontinuierlicher VerbesserungsprozessMethode, bei der Mitarbeitende in kleinen Schritten Schwachstellen erkennen und Verbesserungen umsetzen, statt auf große Umbauten zu warten.
  • KinderbetreuungszuschlagZuschlag im Aufstiegs-BAföG für alleinerziehende Teilnehmende mit Kindern unter 14 Jahren, derzeit 150 Euro je Kind und Monat.
  • KfW-DarlehenZinsgünstiges Darlehen der KfW, das im Aufstiegs-BAföG den nicht als Zuschuss geleisteten Teil des Maßnahmebeitrags abdeckt.

L

  • LiquiditätFähigkeit eines Unternehmens, fällige Zahlungsverpflichtungen jederzeit termingerecht zu erfüllen.
  • LogistikPlanung und Steuerung des Materialflusses und Informationsflusses vom Lieferanten über die Produktion bis zum Kunden.

M

  • Mündliche ErgänzungsprüfungZusatzprüfung, die angeboten werden kann, wenn in einem Prüfungsteil höchstens eine schriftliche Leistung mangelhaft ist.
  • MaterialwirtschaftPlanung, Beschaffung, Lagerung und Bereitstellung von Materialien, die Bedarf, Kosten und Lieferfähigkeit eines Betriebs ausbalancieren.
  • MaßnahmebeitragBetrag für Lehrgang und Prüfung, den das Aufstiegs-BAföG je zur Hälfte als Zuschuss und als Darlehen gewährt.

P

  • PrüfungsterminDie Prüfungsteile finden an festen, bundeseinheitlich abgestimmten Terminen statt, die je Teil getrennt liegen und sich pro Jahr unterscheiden.
  • PrüfungsordnungDie Verordnung regelt Aufbau, Dauer, Bewertung und Wiederholung der Fortbildungsprüfung und gilt bundesweit für alle Prüfungsteile.
  • PlankostenrechnungVerfahren, das Kosten vorab plant und die tatsächlich angefallenen Kosten anschließend mit den Planwerten vergleicht, um Abweichungen zu analysieren.
  • ProdukthaftungHaftung des Herstellers für Personen- und Sachschäden, die durch ein fehlerhaftes Produkt entstehen, meist unabhängig von einem nachgewiesenen Verschulden.
  • Produktionsplanung und -steuerungPlanung, Steuerung und Überwachung der Produktion, von der Bedarfsplanung über die Terminierung bis zur Kapazitätsabstimmung.

Q

  • QualitätsmanagementAlle organisatorischen Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen Qualitätsziele plant, steuert, überwacht und verbessert.

S

  • SituationsaufgabeSchriftliche Prüfungsform der handlungsspezifischen Qualifikationen, die einen betrieblichen Fall vorgibt und begründete Lösungswege verlangt.
  • Situationsbezogenes Fachgespräch mit PräsentationMündlicher Prüfungsteil mit Präsentation, der erst nach erfolgreich abgeschlossenen schriftlichen Prüfungsleistungen stattfindet.
  • Statistische ProzesskontrolleÜberwachung eines Fertigungsprozesses mit Stichproben und Regelkarten, die Abweichungen erkennen, bevor fehlerhafte Teile entstehen.

T

  • Technische QualifikationenPrüfungsteil mit Grundlagen der Naturwissenschaft und Technik, technischer Kommunikation, Werkstofftechnologie sowie Fertigungs- und Betriebstechnik.
  • TeilkostenrechnungKalkulationsverfahren, das nur variable Kosten den Kostenträgern zurechnet und Fixkosten als Block betrachtet, etwa für kurzfristige Entscheidungen.
  • Technische ZeichnungNormgerechte grafische Darstellung eines Bauteils oder einer Baugruppe mit Maßen, Toleranzen und Angaben zu Werkstoff und Oberfläche.

U

  • UnternehmensführungLehre von Zielsetzung, Planung, Steuerung und Kontrolle eines Unternehmens sowie vom Umgang mit Mitarbeitenden und Strategien.
  • UmsatzsteuerSteuer auf steuerbare Lieferungen und Leistungen eines Unternehmers, mit Vorsteuerabzug als Gegenstück für eingekaufte Leistungen.
  • UnterhaltsbeitragMonatliche Leistung bei Vollzeitmaßnahmen, die den Lebensunterhalt sichern soll und derzeit bis zu 1.019 Euro für Alleinstehende ohne Kinder beträgt.

V

  • Variable KostenKosten, die sich mit der produzierten oder verkauften Menge verändern, etwa Material, Verpackung oder Provisionen.
  • VollkostenrechnungKalkulationsverfahren, das sämtliche Kosten, fixe wie variable, auf die Kostenträger verteilt, um einen vollständig gedeckten Preis zu ermitteln.
  • VermögensfreibetragBetrag, bis zu dem Vermögen im Aufstiegs-BAföG nicht angerechnet wird; derzeit 45.000 Euro, mit Zuschlägen für Ehepartner und Kinder.

W

  • Wirtschaftsbezogene QualifikationenPrüfungsteil mit vier Qualifikationsbereichen zu Wirtschaft, Rechnungswesen, Recht und Steuern sowie Unternehmensführung.
  • WiederholungsprüfungEine nicht bestandene Prüfung kann zweimal wiederholt werden; die Wiederholung ist Teil der regulären Prüfungsordnung.
  • WerkvertragVertrag, bei dem der Auftragnehmer einen konkreten Erfolg schuldet, etwa ein fertiges Bauteil oder eine abgenommene Anlage.
  • WerkstofftechnologieLehre von Aufbau, Eigenschaften und Verarbeitung metallischer und nichtmetallischer Werkstoffe und ihrer Auswahl für technische Bauteile.

Z

  • ZulassungsvoraussetzungenZulassung über eine passende Ausbildung mit Berufspraxis oder mindestens vier Jahre Berufspraxis; die Situationsaufgabe hat eigene Bedingungen.
  • ZuschlagskalkulationKalkulationsmethode, bei der Einzelkosten direkt zugerechnet und Gemeinkosten über Zuschlagssätze auf die Kostenträger verteilt werden.